Faires Gehalt? – Häufig Fehlanzeige!

Ganze 65 Prozent der deutschen Arbeitnehmer finden, dass sie kein faires Gehalt bekommen. Damit beurteilen die Befragten ihre Bezahlung noch skeptischer als in den Jahren zuvor. Das hat eine Studie der Hay Group herausgefunden. Hierfür hat man 250.000 deutsche Arbeitnehmer befragt. Demgegenüber fanden im Jahr 2012 noch 60 Prozent, dass ihre Bezahlung nicht gerecht sei. Zudem kritisierten die meisten Arbeitnehmer in der aktuellen Befragung, dass die Vergütung nicht leistungsgerecht sei.

faires Gehalt

Ohne faires Gehalt keine Motivation

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass sich insbesondere deutsche Arbeitnehmer benachteiligt fühlen. Denn weltweit glauben nur 59 Prozent der Befragten, kein faires Gehalt zu bekommen. In Österreich sind es nur 56 Prozent, die ihre Vergütung nicht gerecht finden und in der Schweiz glauben dies sogar nur 48 Prozent. Die Analyse bildet einen negativen Trend im Vergleich zu den vergangenen Jahren ab.

„Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass sie im Vergleich zu anderen nicht fair entlohnt werden. Vieles spricht dafür, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Zumindest sofern die Unternehmen hier nicht eingreifen“, erläutert Mandy Rehmann, Director Hay Group Insight DACH. Das Problem dabei: Mitarbeiter in Deutschland, die sich unfair bezahlt fühlen, sind weniger motiviert und denken eher über einen Jobwechsel nach, so die Expertin.

Wenige glauben an leistungsgerechte Vergütung

Ein weiteres alarmierendes Ergebnis der Studie: Viele Mitarbeiter glauben nicht daran, dass Gehälter leistungsgerecht sind. Nicht einmal ein Drittel der Befragten (30 Prozent) findet, dass die Leistung in direktem Zusammenhang mit dem Gehalt steht. Verglichen mit Österreich und der Schweiz bildet Deutschland hier das Schlusslicht. Weltweit glauben 44 Prozent der Befragten: Je besser die Leistung, desto besser die Bezahlung.

„Ein Grund für die steigende Skepsis der deutschen Arbeitnehmer sind vor allem schlechte Leistungsbeurteilungs- und Zielvereinbarungssysteme“, sagt Dr. Thomas Haussmann, Senior Vice President der Hay Group GmbH. „Hinzu kommt oft noch eine mangelnde Qualifikation der Führungskräfte in ihrer Hauptaufgabe: Dem Führen und Motivieren von Mitarbeitern.“

Vergütungssysteme müssten transparenter sein. Dabei sollten nicht nur Grundgehalt und Boni thematisiert werden, sondern auch andere Vergütungsbestandteile wie Nebenleistungen und Vergünstigungen. „Bei der Optimierung ihres Vergütungssystems sollten sich Firmen nicht allein von der aktuellen Debatte über Boni leiten lassen. Eine individuelle variable Vergütung kann unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein. Wer darauf vorschnell verzichtet, beraubt sich eines der Kerninstrumente leistungsgerechter Vergütung“, ist Dr. Thomas Haussmann überzeugt.

Siehe auch: Topverdiener in Marketing und Vertrieb

Bild: croisy | pixabay.com

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