Hausverkäufer werden: Job, Aufgaben & Gehalt

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My Home is my Castle – ein geflügeltes Wort von nicht geringer Bedeutung. Denn für viele Menschen in Deutschland hat der Besitz eines Eigenheims einen hohen Stellenwert. Zudem gilt eine Immobilie nach wie vor als wichtiger Pfeiler bei der Altersvorsorge. Doch der Hausbau will wohl überlegt und geplant sein. Immerhin ist das eine Entscheidung von ziemlicher Tragweite, die man meistens nur einmal im Leben trifft. Für alle, die nicht selbst Hand anlegen wollen oder können, bietet der Erwerb eines Fertighauses eine gute Alternative. Der Vertrieb von Fertighäusern hat in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr zugenommen. Aus diesem Grund werden Hausverkäufer gesucht, die die wichtige Aufgabe übernehmen, bauwillige Kunden fachgerecht bei Auswahl und Finanzierung zu beraten. Stellenangebote für Hausverkäufer Jobs gibt es sowohl in Festanstellung als auch auf freiberuflicher Basis. Aber wie kann man Hausverkäufer werden, welche Aufgaben erwarten einen und was kann man verdienen?

hausverkaeufer

Was macht ein Hausverkäufer?

Ein kleines Eigenheim im Bungalow-Stil oder doch lieber eine großzügige Doppelhaushälfte mit Garage? Fertighaushersteller haben meist viele verschiedene Hausmodelle unterschiedlichster Austattung und in allen erdenklichen Preisklassen im Angebot. Dementsprechend schwer kann die Qual der Wahl für den Kunden sein. Hier eine intensive und qualitativ hochwertige Beratung zu gewährleisten, ist die wichtigste Aufgabe des Hausverkäufers. Dabei muss der Verkäufer nicht nur die einzelnen Modelle genau kennen und Auskunft über die verwendeten Materialen geben können. Genauso muss er die Finanzen seines Kunden im Blick haben und dessen konkrete Bedürfnisse ermitteln und berücksichten. Weil der Hausbau keine billige Angelegenheit ist, greifen hier viele auf Ratenkredite zurück. Für den Hausverkäufer bedeutet das, dass er solide Kenntnisse im Bereich Baufinanzierung benötigt, um seinen Kunden auch dabei optimal zu unterstützen und gegebenenfalls vor Fehlentscheidungen zu bewahren.


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Andererseits muss er natürlich die Interessen seines Arbeit- bzw. Auftragsgebers wahren und vertreten. Dazu gehört neben der eigentlichen Kundenbetreuung ebenfalls die Akquisition neuer Kunden. Der Hausverkäufer kennt die Marktentwicklung, er weiss, wie man ein Netzwerk aufbaut und pflegt. Zudem findet man ihn auf den einschlägigen Messen und bei Werbeaktionen. Durch sein betriebswirtschaftliches Know-how ist er in der Lage, kosten- und nutzenortientiert zu planen und zu handeln. Schließlich ermöglichen ihm seine persönlichen Fähigkeiten, das zu tun, wofür er selbst bezahlt wird: Häuser zu verkaufen. Mit anderen Worten, Hausverkäufer Jobs sind sehr vielseitig und anspruchsvoll.

Welche Kompetenzen muss man mitbringen?

Jedes Berufsbild hat spezielle Anforderungen, nicht nur auf professioneller Ebene, sondern auch und vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Denn Fachkenntnisse allein sorgen nicht dafür, dass man in seinem Job glücklich, erfolgreich und der Kunde zufrieden ist. Oft sind es nämlich gerade bestimmte Charaktereigenschaften, die jemanden für ein Berufsfeld prädestinieren. Obwohl das für fast alle Branchen gilt, trifft es ganz besonders für den Beruf des Hausverkäufers zu.

• Freude am Umgang mit Menschen

Ein Bewerber, der den Beruf des Hausverkäufers ergreifen möchte, muss über viele verschiedene Eigenschaften verfügen. Eine der wichtigsten ist die Freude am Umgang mit Menschen, weil dieser bei der Tätigkeit als Hausverkäufer Dreh- und Angelpunkt ist. Immerhin ist der Kauf eines Hauses eine durchaus gewichtige Entscheidung. Dabei wollen sich Kunden gut aufgehoben fühlen, in fachlicher Hinsicht genauso wie in persönlicher.

• Kommunikationsfähigkeit

Daneben erfordert der Beruf des Hausverkäufers besonders ausgeprägte kommunikative Skills. Kommunikationsstärke heißt aber nicht nur, Informationen gekonnt weiterzugeben. Stattdessen muss man ebenfalls zuhören und den Wünschen des Kunden Beachtung schenken. Aber nicht nur die verbale Ausdrucksfähigkeit ist hier entscheidend. Auch das Deuten und Einsetzen von Körpersprache gehört dazu. Vieles lässt sich meist schon an Gestik oder Mimik ablesen, noch bevor ein Wort gesprochen wird. Bringt der Hausverkäufer eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit mit, kann er schnell auf unvorhergesehene Wendungen im Gespräch reagieren.

• Vertrauenswürdigkeit

Weiter gedacht bedeutet das, dass ein Hausverkäufer eine insgesamt vertrauenswürdige, positive und ungekünstelte Ausstrahlung haben sollte. Der Kunde soll sich gern und in allen Fragen vertrauensvoll an den Hausverkäufer wenden können. Nicht zuletzt gehören eine gute Portion Eigeninitiative und Motivation dazu, um den Anforderungen an den Beruf des Hausverkäufers gerecht zu werden.

Ausbildung zum Hausverkäufer mit IHK-Zertifikat

Hausverkäufer werden aktuell in vielen Teilen Deutschlands gesucht. Willkommen sind auch Quereinsteiger. Im Grunde genommen braucht man keine Ausbildung für einen Hausverkäufer Job. Aber viele Hausbau-Unternehmen bieten interne Schulungen an, die gezielt auf den Hausvertrieb vorbereiten. Und Hand aufs Herz, wem sind schon Verkaufstalent und das nötige Wissen in die Wiege gelegt? Deshalb gibt es bei der IHK schon seit 2005 einen zertifizierten Lehrgang für Hausverkäufer. Dieser ist eine gemeinsame Entwicklung von Massivhausanbieter Town & Country, der IHK Erfurt und der Europäischen Kommunikations-Akademie für Bildung, Beratung und Projekte e. V.

Einerseits dient der IHK-Lehrgang der Vermittlung des grundlegenden Know-how im Hausverkauf. Auf der anderen Seite garantieren nur gut ausgebildete Hausverkäufer eine gleichmäßig hohe Qualität. Das gibt nicht nur den Kunden Sicherheit, sondern hilft zudem, das Image der Branche zu wahren und zu verbessern.

Der Lehrgang ist in zwei unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. Dabei ist ein Einstieg jederzeit möglich. Die erste E-Learning-Phase des IHK-Lehrganges vermittelt dem Teilnehmer in 50 Stunden und vier Unterrichts-Modulen das Basiswissen. Dazu gehören neben den Grundlagen in BWL auch die Kunst des Präsentierens sowie Zeitmanagement. In der darauffolgenden Präsenzphase werden die bereits erworbenen Kenntnisse vertieft. Weiterhin geht es um Verkaufstraining, Baufinanzierung, rechtliches Wissen im Grundstücks- und Bauwesen sowie Marketing und Kommunikation. Ein lehrgangsinterner Test beendet die Ausbildung zum IHK-zertifizierten Hausverkäufer. Weitere Informationen zum Thema sowie aktuelle Lehrgangstermine finden Interessierte auf den Seiten der IHK Erfurt.

Wie ist das Gehalt und welche Provision gibt es für Hausverkäufer?

Der Verdienst für Hausverkäufer in Festanstellung ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Wie in den meisten anderen Branchen richtet sich das Gehalt nach den Vorkenntnissen und Erfahrungen. Ein Quereinsteiger ohne Branchenkenntnisse bekommt weniger als jemand, der beispielsweise ein IHK-Zertifikat vorweisen kann. In der Regel besteht das Hausverkäufer Gehalt aus einer recht niedrigen Grundvergütung. Weil das Grundgehalt bei erfolgreich abgeschlossenen Projekten mit Provisionszahlungen aufgestockt wird, kann der Verdienst schnell überdurchschnittlich sein. Denn in der Hausbranche sind bei Verkaufsabschluss zumeist Provisionszahlungen zwischen 3 und 5 Prozent vom Kaufpreis üblich. Nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, wieviel ein Haus kostet.

Neben Ausbildung und Branchenerfahrung spielen auch Region oder Arbeitgeber eine Rolle. Deshalb kann man hier keine allgemeingültigen Zahlen nennen, sondern nur Gehaltsspannen. Eine solche Spanne reicht von einem monatlichen Durchschnittsgehalt von etwa 2.500 Euro bis zu 6.000 Euro brutto oder mehr. Wer als freiberuflicher Hausverkäufer unterwegs ist, bezieht sein Gehalt ausschliesslich aus Provisionen. Also zählt hier das Geschick des Verkäufers beim Aushandeln derselben. Gerade zu Beginn der Tätigkeit ist es hilfreich, über gewisse finanzielle Rücklagen zu verfügen. Immerhin wird es von der Einarbeitungszeit über den Aufbau eines Netzwerkes bis hin zum ersten Verkaufsabschluss unter Umständen einige Monate dauern.


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Bild: Adobe Stock | PIC SNIPE

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