Versicherungskaufmann – Infos zu Ausbildung und Prüfung

Ob private Rente, Hausrat, Rechtsschutz oder rund ums Auto – Versicherungen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags. Wer als Versicherungskaufmann * tätig ist, hat die verantwortungsvolle Aufgabe, Menschen zu Versicherungsprodukten kompetent zu beraten. Dabei garantiert die anerkannte Ausbildung zum/zur Kaufmann/ -frau für Versicherungen und Finanzen die Qualität dieser Beratungsleistungen. Den Schwerpunkt Versicherungen wählt man bereits vor Ausbildungsbeginn. Im folgenden beleuchten wir den Ausbildungsweg etwas genauer.

versicherungskaufmann

Was macht ein Versicherungskaufmann?

Versicherungskaufleute stehen den Kunden bei der Wahl der passenden Versicherungen beratend zur Seite. Dazu analysieren sie den individuellen Bedarf und etwaige Risiken und bieten maßgeschneiderte Lösungen an. Darüber hinaus sind sie in der Schadensachbearbeitung tätig und prüfen hier Leistungsansprüche. Unter anderem bedeutet das, Kontakt mit Zeugen, Sachverständigen und Polizei zu haben. Außerdem gehören allgemeine Verwaltungsaufgaben, die Pflege von Kundendaten sowie die Neukundenakquise zum Berufsbild. Gute Umgangsformen und ein sicheres Auftreten sind dafür unabdingbar. Übrigens kann man als Versicherungskaufmann sowohl im Innen- als auch im Außendienst tätig sein.

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Wie läuft die Ausbildung zum Versicherungskaufmann ab?

Die Ausbildung zum Versicherungskaufmann ist eine duale Ausbildung. Das heißt, das notwendige Handwerkszeug erlernen die Azubis im Unternehmen und parallel in der Berufsschule. Sie dauert in der Regel 3 Jahre und endet mit einer umfangreichen Abschlussprüfung bei der IHK. Zwar benötigt man für den Ausbildungseinstieg nicht zwingend einen Schulabschluss. Dennoch haben fast drei Viertel der Auszubildenden das Abitur in der Tasche. Knapp ein Viertel verfügt über die mittlere Reife. Wenn man sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, sollte man auf jeden Fall gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse mitbringen.

Während der Ausbildung bekommt man in der Berufsschule fachspezifisches Wissen vermittelt. Dazu gehören Kenntnisse über die unterschiedlichen Versicherungszweige und zum Schadens- und Leistungsmanagement. Man lernt Bedarfsberechnungen durchzuführen und den Versicherungsmarkt zu analysieren. Außerdem gehören betriebswirtschaftliche Komponenten und die Informationsverarbeitung zu den Ausbildungsinhalten. Abgerundet wird das ganze durch die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Wirtschaft und Sozialkunde.

Parallel dazu erhält man im Ausbildungsbetrieb Einblick in verschiedene Abteilungen und die jeweiligen Leistungen des Unternehmens. Praxisnah wird der zukünftige Versicherungskaufmann an den richtigen Umgang mit Kunden herangeführt. Zudem kann er sein Wissen aus der Berufsschule erweitern und vertiefen. Weitere Ausbildungsfelder im Unternehmen sind auch:

  • Rechtsgrundlagen für den Versicherungsbereich
  • Beschwerdemanagement
  • Bedarfsanalysen durchführen und kundenorientierte Lösungen erarbeiten
  • Berechnungs- und Beratungsprogramme richtig einsetzen
  • Kundenkontakte herstellen und Verkaufschancen ausmachen

Die IHK-Abschlussprüfung

Bevor man sich in die Vorbereitung zur Abschlussprüfung stürzt, muss man sich nach der Hälfte der Ausbildungszeit einer Zwischenprüfung unterziehen. Zwar ist diese verpflichtend, hat aber letzten Endes keinen Einfluss auf die eigentliche Abschlussnote. Die Prüfungen selbst erfolgen nach vorheriger Anmeldung bei der jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Allerdings ist die Abschlussprüfung kein Pappenstiel! Es gilt, einen schriftlichen und einen mündlichen Teil zu bewältigen.

Dabei besteht der schriftliche Teil aus zwei Bereichen. Erstens muss man in 60 Minuten sein Wissen in Wirtschafts- und Sozialkunde unter Beweis stellen. Das Ergebnis macht 10 % der Endnote aus. Für den zweiten Teil hat man 180 Minuten Zeit. Hier dreht sich alles um die fachlichen Kenntnisse in der Versicherungswirtschaft und bei der Schaden- und Leistungsbearbeitung. Entsprechend dem höheren Umfang beträgt der Anteil an der Endnote 40 %.

Auch die mündliche Prüfung ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Zuerst absolviert man, mit Vorbereitungszeit, ein ca. 20 minütiges (fiktives) Kundengespräch. Dem schließt sich ein 15 minütiges fallbezogenes Fachgespräch an. Hierzu kann man Bereiche auswählen, die sich an den unternehmensinternen Ausbildungsschwerpunkten orientieren. Beide mündlichen Teile fließen anteilig mit jeweils 25 % in die Endnote ein.

Weitere Informationen der IHK Berlin zur Prüfung

Gute Aussichten für Versicherungskaufleute

Wer über ein kommunikatives Wesen verfügt, zahlenaffin ist und strukturiert arbeitet, der ist mit einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann gut beraten. Nicht nur, dass die Berufsaussichten im Versicherungsumfeld gut sind. Dazu kommt eine attraktive Ausbildungsvergütung. Schon im ersten Ausbildungsjahr kann man durchschnittlich 950 Euro monatlich verdienen. Wobei sich die Vergütung im dritten Jahr auf bis zu 1.100 Euro steigert.

Weil die Versicherungsbranche ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, sind Kaufleute für Versicherungen und Finanzen gefragt. Sie arbeiten vor allem für Versicherungsunternehmen und Kreditinstitute. Überdies findet man sie auch bei Unternehmensberatungen, Inkassobüros oder als selbstständige Versicherungsvertreter. Wer als Versicherungskaufmann die Karriereleiter hinauf steigen möchte, kann eine Weiterbildung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen absolvieren.

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichten wir teilweise auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht und sollen keine Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts darstellen.

Bild: Petra Bork | pixelio.de

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