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Lücken im Lebenslauf durch Krankheit

Ein Leser unseres Newsletters hat die Frage nach Lücken konkretisiert: »Wie geht man mit Lücken um, wenn sie durch Krankheit oder persönliche Schicksale zustande kommen? Stellt man damit in den Augen des Bewerbungsempfängers nicht von vornherein ein Risiko dar? Soll man also die Wahrheit sagen, was in der beruflichen Lücke war?«

Schwieriges und sensibles Thema

Vielen Dank für die Erweiterung der Eingangsfrage. Lücken im Lebenslauf durch Krankheit? Das Problem stellt sich gar nicht so selten. Denn jeder kann von Schicksalsschlägen getroffen werden – jederzeit, ohne persönliches Verschulden. Im Grunde weiß das ja auch jeder!

Wie der Frager sehr richtig ausführt, ist es ein schwieriges und sensibles Thema. Ohne hier eine abschließende richtige Vorgehensweise mit dem Thema empfehlen zu können (das geht nur in einem individuellen und ausführlichen Beratungskontext), an dieser Stelle ein paar allgemeine Überlegungen dazu. Viel kommt auf die Begleitumstände an. Man sollte sich also fragen:

  • Geht es mir jetzt wieder gut? So gut, dass ich mir den normalen Arbeitsalltag wieder zutraue?
  • War ich in meinem beruflichen Umfeld das, was man einen „erfolgreichen“ Mitarbeiter nennt, mit ordentlichen Bewertungen?
  • Bin ich am Anfang oder eher in der Mitte meines beruflichen Lebens?
  • Bin ich jemand, der eher zurückhaltend ist oder eher selbstbewusst auftritt?

Solche Fragen, die ein vergangenes berufliches Leben und die augenblickliche Situation beleuchten, kommen mir spontan in den Sinn. Von der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen würde ich meine Strategie abhängig machen, wie ich mit der Situation umgehen will.

Eigene Situation beleuchten

Wirklich verschweigen kann man den langen Ausfall vermutlich eher nicht. Selbst wenn man aus Lücken im Lebenslauf durch Krankheit eine lange Phase der Arbeitslosigkeit macht, dann wirft das nicht unbedingt ein positiveres Licht auf die Person. Im Gegenteil, man treibt nur „den Teufel mit dem Beelzebub“ aus und die Interviewpartner im Unternehmen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nachhaken. Dann bei der Version „Arbeitslosigkeit“ zu bleiben und am Ende nicht negativer dazustehen als mit der Aussage „Ich hatte persönliche Schicksalsschläge zu verkraften!“, das erfordert ein hohes Maß an schauspielerischem Talent. Das hat kaum einer!

Eine klare Kommunikation kommt umso eher zustande, je mehr man mit sich selber im Reinen ist. Man muss das Thema durchgearbeitet haben. Muss wissen, wo in der momentanen Situation die eigenen Möglichkeiten und Grenzen sind. Und was man einem Arbeitgeber anbieten kann und will, wenn der auf eine so lange Auszeit zögerlich reagiert.

Viele Grüße und viel Glück!
Sabine Kanzler

Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

24. Oktober 2016|SalesCareer|