Gender Pay Gap – Gleiches Gehalt? Fehlanzeige!

Falls Sie an einem bestimmten Tag im März auffällig vielen Frauen mit roten Handtaschen begegnen, handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen zufälligen Modetrend. Sondern es ist ein gesellschaftspolitisches Statement. Denn die rote Handtasche ist das Symbol des „Equal Pay Day“. Sie steht gleichsam für die roten Zahlen, für das Defizit im Portemonnaie von Frauen. Dabei markiert der „Equal Pay Day“ immer den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten. Während Männer, bei gleichem Stundenlohn, schon ab dem 01.01. bezahlt werden. Und das trotz gleichem Job und gleicher Qualifikation. Die auf dieser Grundlage entstehende Gehaltslücke wird auch als Gender Pay Gap bezeichnet.

Gender Pay Gap

Gleicher Job, gleiche Qualifikation, weniger Geld

Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt bei vergleichbarer Tätigkeit und Ausbildung der Unterschied je Stunde im Schnitt bei etwa acht Prozent brutto. Lässt man Job und Qualifikation bei der Betrachtung außer Acht, ergibt sich sogar eine geschlechtsspezifische Gehaltslücke von 21 Prozent.

Zu den Gründen des Gender Pay Gap

Auf Basis der sogenannten Verdienststrukturerhebung hat man nach den ursächlichen Faktoren des Gender Pay Gap geforscht. Danach liegen die Gründe für die Gehaltslücke unter anderem in

  • der unterschiedlichen Berufs- und Branchenwahl von Frauen und Männern.
  • den ungleich verteilten Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation.
  • den gewählten Tätigkeiten, die mit tendenziell geringeren Verdienstmöglichkeiten und Anforderungen verbunden sind.

Weitere Faktoren sind zum Beispiel ein niedrigeres Dienstalter und ein geringerer Beschäftigungsumfang. Durch diese Ursachen lassen sich rund zwei Drittel der Unterschiede in den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten erklären. Die Begründungen dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die geschlechtsspezifische Gehaltslücke in nahezu gleicher Größenordnung bereits seit dem Jahre 2006 besteht.

Immerhin gibt es inzwischen einen Auskunftsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber hinsichtlich der internen Gehaltsstrukturen. Jedenfalls, wenn man in einem Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern tätig ist. Ob das allerdings zu mehr Gehaltsgerechtigkeit führt, bleibt abzuwarten.

Bild: OpenClipart-Vectors | pixabay.com

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