Führung von Mitarbeitern: Was braucht ein guter Chef?

Wenn sich Mitarbeiter über mangelnde Führung beklagen, ist in der Regel ein unfähiger Chef dafür verantwortlich. Oft mangelt es ihm nicht an fachlichen, auf die Branche bezogenen Fähigkeiten, sondern es fehlt ihm die soziale Kompetenz. Aber was braucht es eigentlich zur Führung von Mitarbeitern? Was macht einen guten Chef aus?

Führung von Mitarbeitern

Soziale Kompetenz für die Führung von Mitarbeitern

In modernen Leistungsanforderungen bezeichnet man diese Art von Kompetenz als “Social Skills”, was im Wesentlichen soziale Fähigkeiten meint. Diese müssen jedoch nicht nur Führungskräfte, sondern alle Kolleginnen und Kollegen in einem Team mitbringen. Zusätzlich sollte der Chef wissen, was die Kollegen bewegt, wie man sie motiviert und wo die berüchtigten Fettnäpfchen lauern. Die hohe Kunst in der Führung von Mitarbeitern ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dominanz und Taktgefühl.

Doch Sympathie allein genügt natürlich nicht. Es gehört auch das Wissen dazu, wie die interne Struktur eines Teams beschaffen ist und in welcher Form gegenseitige Rücksichtnahme, aber auch Ehrgeiz oder Rivalitäten bestehen. Mit diesem Wissen lässt sich wiederum ein Team gut führen und motivieren. Es geht um angenehme Arbeitsaufgaben, um Geld, um den Rang in der Gruppe und tagtäglich darum, auf befriedigende Art und Weise ausgelastet zu sein. Dieser Punkt wird oft unterschätzt. Über- und Unterforderung schaffen ebenso großen Frust wie liegengebliebene Arbeiten, weil die Arbeitsorganisation schlecht war.

Nicht zuletzt ist für das nötige Konfliktmanagement im Team eine hohe soziale Kompetenz seitens der Führung erforderlich. Wenn Menschen zusammen arbeiten, entstehen zwangsläufig Reibungen und Konflikte. Zur erfolgreichen Führung von Mitarbeitern gehört, diese Konflikte frühzeitig zu erkennen – idealerweise bevor sie offen ausbrechen und eskalieren – und  anschließend Lösungen zu schaffen.

Emotionale Intelligenz und Führung: Was bedeutet das?

Dass es emotionale Intelligenz gibt, stellten US-Forscher ab den frühen 1990er Jahren als These in den Raum. Die Erkenntnis, dass unsere Emotionen bei Entscheidungen mitwirken und wir, wenn wir den Gefühlen gehorchen, dabei mehr oder weniger intelligent agieren, ist nicht neu. Ziel war es, eine Begrifflichkeit zu schaffen, die dieses intelligente Agieren auf Gefühlsbasis von dem Intelligenzbegriff abgrenzt, der auf rein fachliches – sprachliches, mathematisches, geometrisches, erinnerungstechnisches – Wissen fokussiert.

Der Unterschied lässt sich gut an Ergebnissen von gängigen Intelligenztests darstellen. Viele kompetente Führungskräfte erreichen darin nur mäßige Ergebnisse, weil sie die gestellten Kopfrechen- und Denksportaufgaben mehr schlecht als recht lösen. Bei der Führung von Mitarbeitern geht es allerdings nicht darum, jedes fachliche Problem bis in seine kleinste Verästelung zu verstehen.

Gute Führungspersönlichkeiten übertragen ihren Mitarbeitern bestimmte Aufgaben und vertrauen auf deren Kompetenzen. So kann spezielles Fachwissen optimal genutzt werden, das Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeiter und Führung wird gestärkt und der Mitarbeiter geht einer sinnstiftenden Aufgabe nach. Die Entscheidung, wer für welche Aufgabe am besten geeignet ist, obliegt dabei der Führungskraft, die sich auf ihr emotional-intelligentes Wissen über das Team und jeden einzelnen Kollegen verlässt.

Diese Fähigkeiten braucht eine gute Führungskraft:

  • Behalten Sie die Kollegen aus Ihrem Team im Auge. Sie sollten wissen was sie bewegt, sie motiviert und welche Probleme es aktuell gibt.
  • Seien Sie sich über die Strukturen in Ihrem Team klar. Wo gibt es Rivalitäten, wer ist besonders ehrgeizig und wie kann man jeden einzelnen optimal einsetzen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter sinnvolle und erfüllende Aufgaben erhalten. Klar, das klappt nicht immer, aber unangenehme oder stupide Aufgaben lassen sich innerhalb des Teams gleichmäßig verteilen.
  • Vermeiden Sie Über- und Unterforderung Ihrer Mitarbeiter, denn das führt schnell zu Frust.
  • Erkennen Sie Konflikte frühzeitig und räumen Sie sie schnellstmöglich aus.

Bild: Vinoth Chandar | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

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