Wie ist das Gehalt im Vertriebsinnendienst?

Veröffentlicht 31.07.2015 | Update 06.09.2021 | Lesedauer: 4 Minuten

Eine erfolgreiche Vertriebsorganisation besteht aus verkaufsstarken Außendienstmitarbeitern und einer engagierten Mannschaft im Innendienst, die durch den kontinuierlichen Kundenkontakt, Beratung und Betreuung die Kundenbeziehung festigt und ausbaut. Eine verantwortungsvolle Aufgabe also, die auch entsprechend entlohnt werden sollte. Doch die Spannweite beim Gehalt im Vertriebsinnendienst ist enorm und kann 10.000 Euro oder mehr jährlich betragen. Es kommt nämlich darauf an, in welcher Position man tätig ist. Daneben haben Branche, Arbeitgeberstandort und die Berufserfahrung einen entscheidenden Einfluss auf das individuelle Gehalt im Vertriebsinnendienst.

Gehalt im Vertriebsinnendienst

Wer hat das höchste Gehalt im Vertriebsinnendienst?

Den Auftakt im Innendienst Vergütungsranking – jenseits von Leitungs- und Führungspositionen – bilden die Call-Center-Agents (ca. 28.000 Euro brutto) und die Auftragssachbearbeiter mit einem Bruttogehalt zwischen 30.000 und 36.000 Euro jährlich. Gefolgt von den Customer Sales Representatives, also denjenigen Mitarbeitern im Innendienst, die im Bereich Akquise, Beratung und Kundenbetreuung tätig sind. Sie erhalten eine Vergütung zwischen 31.500 und 42.000 Euro. Am meisten verdienen technische Vertriebsinnendienstmitarbeiter mit Gehältern zwischen 34.000 und 48.000 Euro brutto im Jahr.


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Wer im Vertriebsinnendienst bei einem Industrieunternehmen tätig ist, hat bessere Chancen auf ein höheres Gehalt als seine Kollegen aus dem Dienstleistungssektor. Denn im produzierenden Gewerbe fällt die Jahresvergütung im Schnitt um 2.000 Euro höher aus. Und auch die Unternehmensgröße macht sich beim Gehalt im Vertriebsinnendienst bemerkbar. So verdienen Kundenberater und -betreuer in Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern durchschnittlich 34.000 Euro brutto jährlich, bei mehr als 1.000 Mitarbeitern hingegen sind es 39.000 Euro.

Mehr Kundenverantwortung = mehr Gehalt

Außerdem gibt es zwischen kunden- und verwaltungsorientierten Aufgaben deutliche Unterschiede. Wer eine hohe Kundenverantwortung trägt, verdient in der Regel auch mehr Geld. Bereits beim Berufseinstieg verdienen Mitarbeiter im technischen Vertriebsinnendienst zwischen 3.000 und 7.000 Euro mehr im Jahr als beispielsweise Vertriebsassistenten und Auftragssachbearbeiter.

»Wer direkt mit dem Kunden arbeitet und dabei durch Kommunikationsstärke und Konfliktlösungsfähigkeit überzeugt, hat die Möglichkeit, gute Beziehungen zu etablieren und auch selbst Aufträge zu akquirieren. Mit eigenen Abschlüssen und Kundenausbau zu glänzen, steigert den Wert eines Mitarbeiters für das Unternehmen enorm«, meint Ricardo Corominas, im Jahr 2015 Managing Director bei der Personalberatung Page Personnel.

Ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt hat. Zudem legen immer mehr Unternehmen großen Wert auf langfristige Kundenbeziehungen und suchen entsprechend verstärkt Vertriebsinnendienstmitarbeiter, die sich der Beratung und Betreuung widmen und dadurch das Cross Selling Potenzial steigern. Das unterstreicht auch der salesjob Jobreport 2021, wonach im Jahr 2020 Kundenberater die meistgesuchte Berufsgruppe im Vertrieb waren.

Berufserfahrung zahlt sich aus

Berufseinsteiger im Vertriebsinnendienst sollten zunächst nicht mit einem überdurchschnittlich hohen Verdienst rechnen. So liegt das Einstiegsgehalt eines Sachbearbeiters im Vertrieb eines Industrieunternehmens durchschnittlich zwischen 24.000 und 28.000 Euro brutto im Jahr. Aber schon nach wenigen Jahren können Vertriebsinnendienstmitarbeiter mit einem kräftigen Gehaltsanstieg rechnen. Für Mitarbeiter im Sales Support in der Dienstleistungsbranche beträgt der Gehaltszuwachs beispielsweise nach drei bis fünf Jahren bis zu 5.000 Euro.

Mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung darf ein Mitarbeiter in diesem Bereich mit 32.000 bis 42.000 Euro brutto jährlich rechnen. Mitarbeiter im technischen Vertrieb können bei gleicher Berufserfahrung sogar bis zu 55.000 Euro verdienen. Vor allem wer im direktem Kundenkontakt steht, kann sein Gehalt bei steigender Erfahrung zudem noch durch zusätzliche Erfolgsprämien aufstocken.

Wo wird das meiste Gehalt im Vertriebsinnendienst gezahlt?

Neben dem genauen Tätigkeitsbereich und der Berufserfahrung spielt auch die Region eine Rolle für die Höhe des Gehalts. Hohe Einkünfte erzielen Beschäftigte insbesondere im Süden Deutschlands, allen voran in München und Stuttgart. Hier liegt das jährliche Bruttoeinkommen für Innendienstmitarbeiter im Schnitt um 1.000 bis 3.000 Euro höher als in anderen Regionen.

In München und Stuttgart steigt man auch schneller die Gehaltsleiter hinauf. Allerdings macht zunehmende Berufserfahrung und Unternehmenszugehörigkeit regionale Gehaltsunterschiede zum Teil wieder wett. Nach mehr als zehn Jahren als Mitarbeiter im technischen Vertriebsinnendienst in der Industrie kann das Gehalt sowohl in Frankfurt als auch in München, Düsseldorf, Köln oder Stuttgart rund 55.000 Euro betragen.


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Redaktioneller Hinweis
Der Artikel basiert auf dem »Gehalts Factsheet Vertriebsinnendienst 2015« der Personalberatung Page Personnel (↗) sowie auf Angaben zu den Gehältern verschiedener Vertriebsinnendienstpositionen auf gehalt.de und stepstone.de.

Gender-Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die geschlechtsspezifische Differenzierung nicht durchgehend, sondern meist das generische Maskulinum (z. B. „der Vertriebsassistent“). Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch gleichermaßen für jedes Geschlecht und sollen keinerlei Benachteiligung darstellen. Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe und ist wertfrei.

Bild: Adobe Stock | Dilok

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