Vertriebsaußendienst: Die wichtigsten Vor- und Nachteile

Dem Vertriebsaußendienst haftet nach wie vor ein klischeebehaftetes Image an. Nicht selten wird er in einem Atemzug mit „Klinkenputzen“ genannt. Befragt man Studenten oder Berufseinsteiger, ob sie ihre berufliche Zukunft eher im Vertrieb oder im Marketing sehen, wird die Antwort sehr viel seltener lauten „im Vertrieb“. Doch warum ist das so bei einem Bereich, der unseren Alltag völlig durchdringt? Wir kaufen uns morgens ein Brötchen beim Bäcker, benutzen unsere Monatsfahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel und zahlen ganz selbstverständlich Unfall-, Hausrats- oder Zahnzusatzversicherungen.

VertriebsaußendienstQuelle: https://stock.adobe.com/de/images/mude-fusse-nach-langem-geschaftstag/92038035

Fakt ist: Auch wenn sich das Bild des klinkenputzenden Vertreters nur schwer aus den Köpfen kriegen lässt – kein Beruf hat nur Vor- oder nur Nachteile. Deshalb gibt es hier für all jene, die über eine Laufbahn im Vertriebsaußendienst nachdenken, eine Pro- und Contra-Liste, die bei der Orientierung helfen soll.

Pro: Welche Faktoren für den Vertriebsaußendienst sprechen

  • Freie Zeiteinteilung

Wer im Außendienst tätig ist, kann sich seine Zeit in der Regel frei einteilen. So können etwa am Vormittag Anrufe und Termine vom Home Office aus getätigt und koordiniert werden. Am Nachmittag geht es dann zu den Kundenterminen.

  • Persönlicher Kundenkontakt

Der direkte Kundenkontakt bringt viel Abwechslung in den Alltag des Außendienstmitarbeiters. Vor allem aufgeschlossene und kommunikative Persönlichkeiten finden hier eine Aufgabe, die sie in vielen Fällen eher ausfüllen wird als ein klassischer Bürojob ohne den persönlichen oder rein telefonischen Kontakt zu Kunden.

  • Gute Verdienstmöglichkeiten

In den meisten Vertriebsorganisationen sind Gehaltsmodelle üblich, bei denen sich der Monatslohn aus einem Fixum und einer Provision zusammensetzt. Je nach Branche, Produkt oder Gebiet kann sich das Gehalt des Außendienstmitarbeiters schnell steigern. Außendienstmitarbeiter können auch ohne Studium weit überdurchschnittlich verdienen. Zusätzlich bieten viele Unternehmen ihren Außendienstlern einen Firmenwagen, der auch privat genutzt werden kann, ein Firmenhandy und oftmals auch Laptop und/oder Tablet PC.

  • Vielfältige Einsatzgebiete im Vertriebsaußendienst – Chancen auch für Quereinsteiger

Außendienst ist mehr als bloß Staubsauger und Versicherungen zu verkaufen. Die Einsatzgebiete sind schier endlos, wie auch die Lebensläufe vieler, die im Außendienst tätig sind. Ein Bauingenieur kann ebenso als Vertriebsmitarbeiter im Außendienst eine neue Perspektive finden wie eine gelernte Krankenschwester, die sich auf den Vertrieb von medizinischen Produkten in Krankenhäusern oder Apotheken spezialisiert. Der Vertriebsaußendienst bietet so auch Quereinsteigern, die sich beruflich neu orientieren wollen, Perspektiven.

  • Abwechslungsreichtum

Wer dazu neigt, sich schnell zu langweilen und erst in unvorhergesehenen Situationen zu Hochtouren aufläuft, für den kann eine Karriere im Vertriebsaußendienst genau das Richtige sein. Kein Tag gleicht dem anderen, denn auch jeder Kundentermin ist anders. Zudem ist der Außendienst geprägt durch den Wechsel von Home Office, bzw. Büro, dem Rausfahren zu Kundenterminen sowie Meetings oder Schulungen in der Firmenzentrale.

Contra: Welche Nachteile birgt der Vertriebsaußendienst

  • Vertriebsaußendienst ist kein „Nine-to-five“-Job

Wer im Außendienst tätig und dementsprechend häufig unterwegs und bei Kundenterminen ist, hat keinen Nine-to-five-Job. Das bedeutet, dass ein Arbeitstag selten um Neun beginnt und pünktlich um 17 oder 18 Uhr endet. Auch Überstunden können im Außendienst häufig anfallen. Wer also auf regelmäßige Arbeitszeiten und die klassische 40-Stunden-Woche Wert legt, sollte seinen Karrierewunsch vielleicht noch einmal überdenken. Nichtsdestotrotz sind die Regelungen dazu von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.

  • „Einzelkämpfertum“

Außendienstmitarbeiter sind in ihrem Alltag nicht von einem Pulk von Kollegen umgeben, sondern sie bestreiten ihre Arbeitstage selbstständig. Kontakt zum Chef oder zu den Kollegen gibt es meist über das Telefon, beziehungsweise in Meetings, die in manchen Unternehmen einmal in der Woche und in anderen wieder nur einmal im Monat oder noch seltener abgehalten werden.

Der eine oder andere Außendienstmitarbeiter mag sich daher als Einzelkämpfer verstehen. Das ist nicht unbedingt für jeden etwas. Allerdings gibt es je nach Arbeitgeber unterschiedliche und manchmal individuell regelbare Modelle. In manchen Unternehmen sind die Außendienstmitarbeiter ganz selbstverständlich im Büro mit den Kollegen, wenn sie nicht auf Außenterminen sind.

  • Verkaufsdruck

In manchen Vertriebsorganisationen unterliegen die Außendienstmitarbeiter einem hohen Verkaufsdruck. So werden in der Regel bestimmte Umsatzziele festgelegt, die erreicht werden sollen. Gelingt das nicht, kann der Druck schnell steigen. Dies ist in jedoch nicht in allen Unternehmen so. Orientierung bieten können Arbeitgeberbewertungsportale wie beispielsweise kununu.com, die recht schnell einen Eindruck von der Unternehmenskultur und dem Umgang mit Mitarbeitern vermitteln.

  • Häufig niedriges Grundgehalt

Provisionszahlungen sind im Vertrieb gang und gäbe – nicht selten allerdings in Verbindung mit einem niedrigen Grundgehalt. Besonders zu Beginn, wenn der Umsatz noch nicht stimmt, weil noch kein Kundenstamm aufgebaut wurde oder man mit dem Produkt noch nicht ausreichend vertraut ist, kann es sein, dass Außendienstmitarbeiter erst einmal die Zähne zusammenbeißen müssen. Je nach Branche sowie Arbeitgeber kann das Grundgehalt aber auch deutlich höher ausfallen, so dass sich insgesamt keine pauschalen Aussagen treffen lassen.

Bild: Adobe Stock | SENTELLO

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