Arbeitswelt

Ausbildung im Vertrieb

Auf der Liste der Wunschberufe steht der Vertrieb sicherlich nicht auf den vorderen Plätzen. Zu sehr verbindet man doch das gängige Klischee des Klinkenputzers – Loriot hat in einem legendären Sketch gleichzeitig einen Staubsauger-, einen Wein- und einen Versicherungsvertreter bei der Familie Hoppenstedt auflaufen lassen und es kommt zu amüsanten Situationen mit korkigem Wein der ein pelziges Gefühl hinterlässt und klebenden Trockenhauben eines blasenden Staubsaugers.

Vertrieb ist mehr

Eine witzig überspitzte Szene – aber Vertrieb ist viel mehr – es ist die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden – und das nicht nur beim Privatkunden sondern viel mehr noch zwischen Unternehmen. Wie entscheidet ein Energieversorger, von welchem Unternehmen er sein Kraftwerk bauen lässt, wie entscheidet der Supermarkt, wessen Einkaufswagen durch seine Räume rollen oder ein Restaurant, von welchem Serviceunternehmen es im Sanitärbereich die Hygienetechnik ausstatten lässt. Bei all diesen Beispielen spielt der Vertrieb eine entscheidende Rolle.

Vielfältige Karrierewege

So unterschiedlich die Tätigkeiten im Vertrieb sind – so unterschiedlich sind auch die Karrierewege. Einen kleinen Eindruck erhält man, wenn man im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit den Begriff „Vertrieb“ eingibt.

Dort findet man alles von Ausbildungsberuf bis Studium – sehr häufig findet man „Berufe mit unterschiedlichen Zugängen“. Gerade im Vertrieb findet man viele Quereinsteiger. Ambitionierten Menschen mit guten Kommunikationsfähigkeiten und Serviceorientierung wird gerne die Chance geboten sich im Vertrieb zu beweisen.

Mögliche Einstiege in den Vertrieb

Die Ausbildung findet dann nicht in einer Vertriebstätigkeit statt, sondern der Karriereweg beginnt mit einer kaufmännischen oder technischen Ausbildung in einer Branche – wie viele andere Berufsanfänger. Zunächst bewähren sich die Mitarbeiter in ihrer Branche und entdecken dann ihr Geschick für den Vertrieb – die hervorragende Sachkenntnis ist dann ja vorhanden.

Umgang mit Kunden wird in der Praxis erlernt

Die besonderen Fähigkeiten, die der Vertrieb erfordert, können oftmals in Weiterbildungen zusätzlich geschult werden. Und einige Fähigkeiten, die für den Aufbau und Erhalt einer guten Kundenbeziehung nötig sind, erwirbt man auch eher nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Und je besser man seinen Markt beherrscht, umso wertvoller wird man für die Unternehmen – man kennt die Ansprechpartner auf Kundenseite und die Fallstricke und Kniffe, weiß wo das Potenzial sitzt.

Qualifizierung für den Vertrieb erwerben

Wer sicher weiß, dass er nach der Schule in den Vertrieb möchte, für den sind spezielle Ausbildungen und Studiengänge keine schlechte Wahl. So bietet zum Beispiel die Hochschule Furtwang einen Studiengang „Marketing und Vertrieb“ zum Wirtschaftsingenieur an, der Wirtschaft und Technik besonders verbinden will. Aber auch in vielen anderen betriebswirtschaftlichen Studiengängen ist eine Qualifikation in Richtung Marketing und Vertrieb möglich.

Viele Weiterbildungsinstitute bieten auch gezielt Lehrveranstaltungen für den Vertrieb an – eines der größten davon ist die Deutsche Verkaufsleiter-Schule der Haufe Akademie.

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Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

2016-10-24T13:23:19+00:00 24. Oktober 2016|Arbeitswelt|